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Heute lagen die amtlichen Wahlzettel im Briefkasten. Kreistag und Gemeinderat. Am 7. Juni ist es so weit. Gut, das Ganze ist natürlich nicht so einfach. Denn wer erinnert sich im Wahllokal schon daran, wie das noch gleich war mit dem Kumulieren, Panaschieren, und ob es nun genügt, ein Kreuzchen bei Meier zu machen, selbst wenn man dem doch drei Stimmen geben möchte, dem Müller aber nur eine.

Ergo ist es ein clevere Schachzug, die 7-seitigen, schweinchenrosa und überformatigen Lappen sowie die etwas kleineren, 8-seitigen grünen Pendants samt Merkblättern schon jetzt unter die engagierten Bürgerinnen und Bürger zu bringen. So haben wir denn auch Zeit, in aller Ruhe die langen Namenslisten derer zu lesen, die uns mutig und demokratisch vertreten sollen. Kennen wir doch noch lange nicht alle Konterfeis von Otto, Emma und Konsorten, schon gar nicht samt der zugehörigen Partei – selbst wenn wir seit Wochen in Fluten von Flyern versinken. Wir buntestes Plakatgrinsen ertragen. Und sich uns an jeder Ecke rosenverteilende, fähnchenschwenkende und in leuchtend rote, gelbe, grüne und schwarze Poloshirts gewandete Damen und Herren mit gewinnendem Lächeln in den Weg stellen und nicht weichen, bis die schweren Einkäufe in unseren immer länger werdenden Armen zu einem erschöpften Darniedersinken führen – und wir uns dann, schlapp auf einem Bänkchen hängend, auch noch den Rest der heheren Parteiziele anhören. 

Ich lese also. In der Sonne. Auf der herrlich ruhigen heimischen Dachterrasse. Erst rosa. Dann grün. Und tatsächlich, es gibt sie noch: die Kandidaten, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder heulen soll. Sie stehen auf Seite sieben unserer Kreistagswahlliste: 

Republikaner, Wahlvorschlag Platz eins, Hubert N., Schädlingsbekämpfer.

Ich glaube, ich wähle die Tierschutzpartei.

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