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Schön, anziehend, logisch, schwierig: So beschreiben viele unsere Muttersprache. Sie gefällt 87% der Deutschen sehr gut. 56% empfinden Stolz auf sie. Und 47% lieben sie gar. 

Das ist das zentrale Ergebnis einer komplexen Studie, die das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IDS) und  der Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Mannheim gestern veröffentlichten. Befragt wurden mehr als 2000 Menschen, darunter auch Nicht-Muttersprachler. Bewerten konnten sie Gefühle, Dialekte, fremdsprachige Akzente. Sprachentwicklung und Mediengebrauch waren weitere Themen.

Die Einzelergebnisse:

  • Norddeutsche Mundarten sind am beliebtesten (24%) – obwohl die meisten Dialektsprecher/-innen im Süden und Südwesten der Republik leben sowie in Berliner Ortsteilen. An zweiter Stelle stehen Bayrisch und Allemannisch (20% und 13%). Nur 9% der Befragten mögen Dialekte gar nicht.
  • Fremdsprachige Akzente sind recht beliebt, allen voran der französische mit 36%. Es folgt der italienische (21%). Ein Fünftel der Befragten mag Akzente gar nicht. 
  • Die Kommunikation mit Einwanderern ist schwierig bis sehr schwierig – so denken 43% der Bevölkerung. Die „Ghettobildung“ und der damit verbundene ausschließliche Gebrauch nicht-deutscher Muttersprachen bewerten die Befragten als sehr schlecht.
  • Die Entwicklung des Deutschen betrachten die meisten mit Sorge (84%; 1997 waren es noch 53%). Kummer bereiten: Medien (37%), zunehmender Einfluss fremder Sprachen (besonders Englisch; 28%), neue Rechtschreibung (25%), Jugendsprache, mangelnde Sprachsorgfalt, Grammatik-Veränderungen.
  • Schule und Politik müssen mehr für die Sprache tun. Eine gesetzliche Regelung lehnen jedoch 58% ab.
  • Lesen im Web mindert das Interesse an Büchern nicht. 78% der Befragten lesen einmal pro Woche deutsche Bücher und Internet-Beiträge. Frauen bevorzugen Bücher, Männer die Online-Variante. 

Schön übrigens: Noch 1997/98 lag die Pflege der deutschen Sprache nur 13% aller Deutschen am Herzen. Heute sind es bereits 35%.

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