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Es war die sechste Niederlage in Folge. Und das, obwohl die engagierte Elf mit wahrhaft kriminalistischer Energie ins Feld zieht und auch die Spielernamen keinen Zweifel ob der drohenden Gefahr für den Gegner lassen: „Sense“ nennt sich ein Spieler des FC Criminale, „Blutgrätsche“und „Schädelknacker“ zwei andere, und auch „Bomber“ gibt sein Bestes als Torjäger. Was dahinter steckt: ein Fußballteam aus zehn namhaften Krimiautoren und einer Krimiautorin. Letztere ist Monica Lechner, hütet seit einem Jahr das Tor und spielte in der Frauen-Bundesliga in Österreich. An ihr liegt’s also kaum, dass zwar immer viele Tore fallen. Sehr viele. Aber eben immer auf der andern Seite.

2003 verbuchten die Rasenkiller ihren ersten und einzigen Sieg. Im Westerwald. Oh du schöner. Zur Criminale war das, dem größten deutschsprachigen Krimifestival, ausgetragen Jahr für Jahr in einer anderen Stadt und Anlass, den FCC zu gründen. Seither kämpfen preisgekrönte Autoren wie Horst Eckert, Jan Costin Wagner und Norbert Horst jährlich gegen elf auserkorene Mannen des Austragungsorts. Laufen wenigstens um ein Unentschieden. Bisher vergeblich. Nur damals, im Westerwald, im schönen, preschten sie mit einem 5:3 vom Platz. In der gegnerischen Mannschaft spielte Rudolf Scharping.

Jetzt, auf der Criminale 2009, begegnete die Krimielf der Betriebssportgruppe der Singener Stadtverwaltung. Und erkickte ein schweißtreibendes 1:7. Wie die Spiele dazwischen so ausgingen? Och. Ja. Geht so. Nur an das Turnier 2005 erinnert sich beim besten Willen keiner mehr – nur falls da mal jemand nachfragen sollte. Man ist sich allerdings sicher, gesiegt zu haben. Moralisch. 

Tödliche Pässe, Killerinstinkt, eiskalte Abstauber? Siegestrophäen und Preise bleiben den Sportsfreunden bislang für Ihre Krimis vorbehalten. Aber das macht nichts. Hauptsache, der Gaudi-Faktor erstürmt das Siegertreppchen. Und dann soll’s ja auch noch Fußballwunder geben. So geschehen einst in Bern. Dort steigt 2013 die Criminale. Warum also Sorgen machen?

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