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Früher, da hatten wir viele bunte LEGO-Steine. Blaue, weiße und rote Quader, verschiedene Größen, eine dünne grüne Platte, auf die meine Brüder und ich Häuser bauen konnten. Dann gab’s noch dreieckige rote Steine fürs Dach, transparente Fenstersteine und zierliche Zaunteilchen.

Manchmal, da habe ich auf die Seite zum Nachbar-LEGO-Haus keine Fenster eingebaut. Hätte ja sein können, der Spitzel guckt mir ins geheime Kämmerchen. Sie wissen ja: Überwachung und so. Heute nützt Mauern natürlich nichts mehr. Wir sind ja alle gläsern: Ob ich zwölf Minuten mit Frau Müller telefoniere, von Sylvia eine SMS empfange, wann ich Andy maile und für welche Summe ich Karotten, Benzin oder Katzenfutter kaufe: Nichts, was nicht gespeichert wird. Auf Vorrat. Jetzt. Oder bald. Wer weiß das schon so genau. Schäuble? Zypries? Oder …

… LEGO? Die nämlich kümmern sich jetzt um die zeitgemäße Sozialisierung der Kleinen. Mit dem LEGO Überwachungs- und Abhörtruck lernen unsere Jüngsten gleich, wie das so ist, mit der Privatsphäre, der Freiheit und dem vergeblichen Zumauern der  Wände. Truck parken, Lauscher aufstellen, fertig ist der Nachbar Terrorist. Schäuble wird sich freuen. Eine neue Generation spielt (sich) auf. Ganz in seinem Sinne.

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