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Merlin würde sein Frauchen nie manipulieren. Nie! Das Maunzen des Monsterkaters dient einzig der Kundgabe uneingeschränkter Sympathie. Nicht, dass der Herr damit das Füllen seines Fressnapfs einfordern wollte. Zackig, versteht sich. Oder parallele Streicheleinheiten hinter linkem Ohr und oberem Bauch, an der ersten Stelle mit sanften Kreisbewegungen, an der andern mit intensiveren Strichen in nur eine Richtung. Oder solch dämlichen Aktionen wie „schmeiß die rosa Plüschente durch den Flur, damit ich jagen spielen kann.“

Nein, Merlin ist ganz anders. Charmant, selbstlos, gehorsam, verfressen, penetrant, mit weichen roten Tigerstreifen, großen grünen Augen, wonnezitternden Schnurrbarthaaren und trickreichen Gehirnwindungen. Damit bekundet er seine Zuneigung. Morgens um halb sechs zum Beispiel, wenn er mit Samtpfoten ausgefahrenen Krallen auf seinem Menschen herumturnt, und wenn der ihn verschlafen anmeckert, mit Unschuldsmiene und schnurrend neben dem Bett sitzt. Oder vormittags, wenn Kater erhobenen Schwanzes über die Laptop-Tastatur stolziert oder sich gleich quer übers MacBook schmeißt. Natürlich nur, um ganz altruistisch beim Schreiben zu helfen. Frauchen ignoriert so etwas. Natürlich. Genauso wie das Katzengras, das mittags vor ihre Füße gewürgt oder den Schwanz, der beim Einschlafen ins Gesicht gewedelt wird.

Wo käme wir denn da hin, wenn wir uns von Mieze manipulieren lassen würden? Außer als treffendes Stuidenobjekt ins Journal Current Biology – das einmal mehr feststellte: Mit einem gekonnten, hochfrequenten Mix aus Signalen erweichen Katz‘ und Kater das Herz ihrer Menschen. Der Focus berichtete vor wenigen Tagen. Allerdings: Für Katzenbesitzer dürfte das keine wirklich neue Erkenntnis sein. Höchstens erneute Resignation vor den Tatsachen des Lebens. Denn irgendwie hätte es ja schon etwas, wenn Mieze Mensch wahrhaft lieben würde …

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