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Im Sommer vor elf  Jahren war es. Da zog er bei mir ein. Sechs Wochen alt, handgroß, tapsig und mit der Babykatzengabe, bei sämtlichen Freunden und Besuchern ein gedehntes „Mein Gott, ist deeer süüüüüß“ hervorzurufen.

Merlin, knapp drei Wochen alt (Juni 1998)

Merlin, knapp drei Wochen alt (Juni 1998)

Zugegeben, er war schon ein knuffiges Kerlchen. Wie alle kleinen Miezen. Kindchenschema. Doch frech war er auch. Und nicht nur einmal todesmutig. Fünf der sieben Leben dürften inzwischen locker beim Teufel sein. Im Gegenzug zu meinen diversen Tierarzt-Ras-Rettungs-Aktionen und besorgter Pflege (wobei er meine Spritzen, das Pilleneinflößen und Trichtertragen wohl kaum als Hilfe begriffen haben dürfte) musste er sich so manche Klage von mir anhören. Über Chefs, die einen nächtelang im Büro festhalten – unbezahlt, natürlich. Nachbarn, die bis in die frühen Morgenstunden Volksmusik auf der Elektro-Orgel spielen. Männer, die (das dürfen Sie sich selber ausmalen). Und über all die weiten Themen, die frau im Laufe der Jahre so bewegen. Wer da wohl mehr gelitten hat? Merlin oder ich?

Merlin-6_Wochen-Juli1998

Merlin, sechs Wochen alt (Juli 1998)

Heute ist der kleine Tiger doppelt so träge, doppelt so rund und doppelt so eingebildet. Spieglein, Spieglein … Aber eins ist er auch: ein lieber Kerl, verschmust – irgendjemand muss ja seine Fressschüssel füllen – und immer seltener eine Nervensäge. Das Alter macht eben nicht nur Menschen gelassener. Oder sollte dies tun. Und auf seine Art ist er auch ein Freund. Mit eigenem Willen. Aber treu. Sagt mensch. Was Merlin sagen würde? Eigentlich ganz gut, dass er nicht sprechen kann …

Merlin, 11 Jahre alt, Juli 2009

Merlin, elf Jahre alt (Juli 2009)

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