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Die Armut hat Frank McCourt reich gemacht. Genauer gesagt, die Beschreibung seiner Armut. Er selbst empfand dies als „profunde Ironie“. Zumal er schon 66 Jahre alt war, als er den mehrfach preisgekrönten Bestseller und sein Erstlingswerk Die Asche meiner Mutter schrieb – und sozusagen über Nacht zum mehrfachen Millionär wurde.

Die Asche meiner Mutter ist ein Entwicklungsroman, autobiografisch. Und auf der ersten Seite liest man gleich: „Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit  ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist sie unglückliche irische katholische Kindheit.“

Es ist über zehn Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Nein, verschlungen. Und noch immer würde ich unterschreiben, was auf dem Buchrücken steht: „Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die Besonderheiten der irischen Seele geschrieben worden ist: eine Geschichte zwischen tiefstem Elend und höchster Lebenslust, so komisch wie tragisch, erzählt mit unglaublichem Humor und Sprachwitz – und jedes Wort davon ist wahr.“

Am Sonntag starb der irisch-amerikanisches Autor mit 78 Jahren an Krebs. Er durfte seine letzten Tage in einem Hospiz in New York erleben.

Nachruf in der ZEIT.

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