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Heute berichtet es auch die taz: Der Schulbuchverlag Klett geht mit einem kostenlosen Wörterbuch online. Und tritt damit in Konkurrenz zum Klassen-Primus Duden – der just in neuer Auflage erschienen und mit einem Teil seines Angebots im Netz ist. Seit gestern sind nun auch bei PONS 140.000 Stichworte online verfügbar. Das Verlagsziel: mehr Einnahmen via zielgruppengerechter Bannerwerbung. So sagt Marketingchefin Anne Pelzer. Und die hat sich zum Start des neuen Sprachportals etwas einfallen lassen. Eine aufwändige Kampagne, witzig und erfrischend anders – aber dennoch mit Fragezeichen versehen:

So lag am 21. Juli in meinem Briefkasten ein Kuvert, handschriftlich adressiert. Inhalt: ein DIN-A5-Schulheft, grüner Plastikumschlag, ebenfalls handschriftlich mit meinem und dem Namen meines Blogs versehen. Erste Klasse oder was?

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Gut, eine Überraschung ist es nicht. Wusste ich doch von Tina, Susi, Ines, Biggi und Anderen aus meinem Text-Business-Netzwerk von dieser Aktion. Und davon, dass PONS wohl auf die Eitelkeit der bloggenden Zeitngenossen hofft, die da über diesen PR-Gag lobende Worte verbreiten. Oder werbisch gesagt: Social Media Marketing realisieren.

Warum wir das tun sollen? Weil PONS unserem Ego schmeichelt: Schlägt man nämlich das grüne Heft auf, so klebt links ein farbig ausgedruckter eigener Blogeintrag. „Schöner sterben mit dem HSV“ in meinem Fall. Das Teilchen ist mit Rotstift korrigiert und benotet. Dazu schreibt Frau Pelzer persönlich – wieder mit der Hand: Sie ist begeistert von dem Text. Geht auf individuelle Details ein. Freut sich über meine gute Rechtschreibung. Betont deren Notwendigkeit für die Menschheit. Und lädt ein, als auserwählter Deutsch-Profi meine Erfahrungen mit dem Verlag zu teilen und die neue Plattform zu testen. Die Zugangsdaten stehen auf dem Löschblatt:

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Was indes gar nicht gut gemacht ist: die Korrektur daselbst. Ganz zum Schluss steht nämlich das schulmeisterliche Ergebnis: 1 Fehler, Note 1-. Samt Fleißbienchen-Kleber. Dumm nur, dass dort, wo das leuchtend rote Korrekturzeichen prangt, weit und breit kein Fehler zu finden ist. Dafür steckt aber einer im Text der Korrektorin. Und auch in der schönen Web-Ansprache, die Anne Pelzer – sehr sympathisch übrigens – an ihre Portal-Tester hält, haben sich ein falsches Wort und ein stilistischer Lapsus geschlichen.

PONS-Website

Vielleicht sollte Klett ein bisschen Vorsicht mit dem Rotstift walten lassen, so als werden wollender Branchen-Bester? Und statt Andern vermeintliche Fehler unter die Nase zu reiben, sich erst einmal an selbige eigene fassen? Dann klappt’s auch mit dem Blogger-Lob. Womöglich hilft ja das neue PONS Online-Portal 😉

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