Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

In Sachen Bestattung gibt’s ja nichts, was es nicht gibt: Leichen als Dünger, die Gattin als Diamant oder den Fingerabdruck der verstorbenen Mama als 18-Karat-Gold-Kettenanhänger um den Hals. Andere bevorzugen als letztes Ruhebett eine Ökokiste, enden im HSV-Fan-Sarg hinter der Westtribüne oder gehen beim LIDL-Bestatter verschütt.

Kopf-Urne_1

Der neueste Schrei aus den USA sind „Personal Urns“: Cremation Solutions fertigt Urnen exakt als 3D-Konterfei des Verstorbenen. Auf Wunsch sogar mit Haaren. Zur Herstellung genügt ein Foto von vorne und eines im Profil. Und natürlich das nötige Kleingeld: 2600 US-Dollar (rund 1850 Euro) kostet der „new and exciting way to memorialize your loved one.“ Wem ein Häufchen Asche und eine Mini-Urne genügen, ist bereits mit 600 Dollar (ca. 430 Euro) dabei.

Ob man dem neuen US-Trend gern ins Gesicht sieht oder nicht: In Deutschland wird den letzten Häuptern unserer Lieben kein langes Leben beschieden sein. Denn die Freude an ihrem Anblick währt kurz: Sind wir laut Gesetz doch verpflichtet, Verstorbene erstens beizusetzen und zweitens dies auf einem Friedhof zu tun. Kopf-Urne_2Die Urne auf den Fenstersims ist – so man keine Ordnungswidrigkeit begehen möchte – Vergangenheit, seit nach dem zweiten Weltkrieg kremierte Uropas, Großtanten & Co. ihren letzte Weg gar zu oft in die Mülltonnen der Nachfahren fanden. Und das ist nun wahrlich nicht sehr pietätvoll. Ich möchte so nicht enden. Als Asche im eigenen Kopf übrigens auch nicht.

Hinweis auf Personal Urns via Tom (Bestatterweblog).

© Fotos: Cremation Solutions. Thanks for the admission to publish in this blog!

Advertisements